Gemeinsames Wirken in der Farm-Food-Climate Challenge

Nach einem energiegeladenen Start in das neue Jahr mit erfolgreicher Vergabe der ersten Stipendien, dem Matching mit Mentor:innen und dem Aufsetzen von einem Prozess für gemeinsames Storytelling ist es Zeit für ein öffentliches Update: Wie geht es den Farm-Food-Climate Initiativen und was plant Farm-Food-Climate für die Zukunft? 

In den vergangenen sechs Monaten Farm-Food-Climate Challenge haben wir viel gelernt. Nach 8 öffentliche Dialog-Events, das Verabschieden eines Aktionsplans, 10 Update Calls, 56 Themen-Calls, 67 Verknüpfungen in Stakeholder-Calls und 183 Expertise-Anfragen auf der digitalen Plattform stellen wir fest: Es ist ein Geschenk, dass wir alles haben, was wir brauchen, um dieses Jahr mitzugestalten.              

Aktuell werden die 100+ Lösungen im Unterstützungsprogramm aktiv weiterentwickelt – unterstützt von einer Allianz von 450+ Partner:innen und Expert:innen aus den verschiedensten Fachgebieten und allen gesellschaftlichen Bereichen. Sie haben das letzte halbe Jahr Farm-Food-Climate erst möglich gemacht haben. 

Stetiger Austausch und kollaboratives Zusammenarbeiten beflügeln diverse Kooperationspotentiale und das gemeinsame Testen der Lösungen. Es entsteht eine  Community, die an ernsthaftem Zusammenarbeiten interessiert ist und in regem Austausch gemeinsam große Fortschritt macht – und sie wächst. So hat diese Woche der bereits zehnten Update Call mit dem Angebot von Open Space Sessions stattgefunden – ein Format, in dem sich die gesamte Community versammelt und die Teilnehmer:innen parallel in verschiedene Arbeitsgruppen und Input Sessions eintauchen.

Die Arbeitsgruppen der Farm-Food-Climate Challenge 

Alternative Handelswege, Carbon Valley, Fighting Food Waste, Foodworks und Agroforst – zu diesen Themen sind Arbeitsgruppen entstanden. Durch ernsthafte Zusammenarbeit und regem Austausch ensteht gemeinsamer Fortschritt. 

Durch diese Arbeitsgruppen und weitere Unterstützungsformate verbindet die Farm-Food-Climate Challenge Innovationsteams in ganz Deutschland. Durch digitale Zusammenarbeit entwickeln sie Prototypen bzw. bereits auf den Markt gebrachte Produkte und Dienstleistungen für mehr Nachhaltigkeit in Landwirtschaft und Ernährung weiter.

Wie gewinnen wir den Handel für innovative Lösungen im Bereich Direktvermarktung, ohne dass es “nur ums Geld” geht? Wie binden wir den Handel gestaltend ein? Wie schaffen wir es, dass der Handel bei der Skalierung von z.B. solidarischen Supermarktmodellen oder digitalen Direktvermarktungsplattformen für mehr Transparenz unterstützt? Nach Antworten auf diese dringenden Fragen sucht die Arbeitsgruppe “Alternative Handelswege” gemeinsam mit Expert:innen wie mit Dara Kossok-Spieß, Referentin für Netzpolitik und Digitalisierung des Handelsverbands Deutschland. Die Bottom Line: Digitalisierung und Nachhaltigkeit kann nur gemeinsam gedacht werden!

Die guten Neuigkeiten: Gerade im Lebensmittelbereich, wo noch viel Potenzial ausgeschöpft werden kann, steigt der Trend für den digitalen Handel. Für Start-ups und kleinere Markteinsteiger:innen sind laut Dara zwei Aspekte ausschlaggebend, um sich neben den großen Playern durchzusetzen: gutes Storytelling und eine große Reichweite. Als Teil der Lösung sieht sich der Handel definitiv. Grundlegende Veränderungen können allerdings nicht ohne die Kaufbereitschaft der Konsument:innen gemacht werden. Dass der Wunsch nach Mitgestaltung bei vielen Konsument:innen da ist, haben Initiativen, wie WirMarkt, Du bist hier der Chef! und SuperCoop bereits bewiesen. Ob das auch in der Breite der Fall ist, wäre eine interessante Frage für den nächsten HDE Online Monitor.

Die Arbeitsgruppe “Carbon Valley” möchte anhand von Case Studies aufzeigen, was Pflanzenkohle ökonomisch und ökologisch so alles bewerkstelligen kann. In den nächsten Monaten testen sie dafür verschiedene Business Cases zur Herstellung und Anwendung von Pflanzenkohle in verschiedenen Sektoren. Um Schlagkraft zu entwickeln, sind sie im Gespräch mit Hochschulen und suchen nach Werkstudent:innen, die sie bei den Case-Studies im Rahmen eines Praxisssemesters o.ä. unterstützen. In der letzten Arbeitssession haben sie sich mit der Vorgehensweise/Systematik für die Case Studies beschäftigt und das Auftaktgespräch mit dem ersten Piloten (Stadt Kiel) ausgewertet. Interessent:innen aus Kommunen, die an einer kostenlosen Case Study teilnehmen möchten, sind herzlich willkommen!

Die Arbeitsgruppe“Fighting Food Waste” entwickelt während dessen ein Konzept, um ihre Produktinnovationen aus geretteten Lebensmitteln in sog.  “Food Waste bzw. Upcycling Regalen” gemeinsam auf die Ladenflächen zu bringen. Die Idee der Regale ist ein gemeinsames Angebot an Händler:innen, um aus Food Waste entstandene Produkte mit einem Bildungsauftrag für die Vermeidung von Lebensmittelabfällen Konsument:innen zu adressieren. 

Gemeinsam mit der “Foodworks” Arbeitsgruppe der Chamber of Commerce in Hamburg kreieren die Urban Farming Initiativen ein modulares Angebot für Städte und Kommunen. Die Vision ist eine zukünftige Lebensmittel-Innovations-Technologie-COOP. Ein Ort, an dem man aus einer Hand lernen, kaufen und erleben kann, wie die SDGs innerhalb und außerhalb der Stadt in die Tat umgesetzt werden – mit dem zusätzlichen Vorteil eines vielseitigen Produktionssystems, das mit erneuerbaren Energien und Kreislaufwirtschaftsprinzipien betrieben wird.

In Hamburg werden bereits passende Gebäude gesucht, die Teil des Future Food Campus Systems sein könnten. Die Farm-Food-Climate Challenge unterstützt den Aufbau des Konzepts und die Suche nach passenden Technologien, Produkten und Dienstleistungen, die den Campus bereichern – sowohl auf Seiten regenerativer und urbaner Landwirtschaft, als auch Bildungs- und “Edutainment” angeboten.

Bereits im Farm-Food-Climate Bootcamp vor Programmstart entstand die Idee, gemeinsam ein Agroforestry Hub in Deutschland mit beteiligten Initiativen aufzubauen. Die Vision der entsprechenden Arbeitsgruppe “Agroforst” ist es, das Werragut, zentral in Deutschland gelegen, als einen Leuchtturm-Betrieb für innovative Agroforstsysteme auszubauen. Dabei sollen verschiedene Agroforstsysteme implementiert werden. Der Ansatz der syntropischen Agroforstwirtschaft, wie sie Soulfoodforestfarm planen und pflanzen, soll dabei eine zentrale Rolle einnehmen. Die Initiative Triebwerk erstellen derzeit für weitere Flächen Fruchtnutzungssysteme in Keylinemuster, um eine Optimale Nutzung des Niederschlagwassers sicherzustellen.

Bündeln von Innovationsteams in ganz Deutschland
Durch diese Arbeitsgruppen und weitere Unterstützungsformate bündelt die Farm-Food-Climate Challenge Innovationsteams in ganz Deutschland, die im Rahmen des Programms digital zusammenarbeiten, um ihre Prototypen bzw. bereits auf den Markt gebrachte Produkte und Dienstleistungen für mehr Nachhaltigkeit in Landwirtschaft und Ernährung weiterzuentwickeln. 
 

Wir sind überzeugt: Mit diesem neuen Ansatz, gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen, kann die Community 2021 noch viel erreichen. Deshalb werfen wir auch 2021 den Blick weiter über den Tellerrand, um das gemeinsame Wirken auf das nächste Level zu heben. 

Mehr erfahren

Farm-Food-Climate auf unserer Webseite

Farm-Food-Climate Artikel im ProjectTogether Magazine auf Medium

Die Profile der Farm-Food-Climate Initiativen auf der ProjectTogether Plattfor

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