Wirkung hoch 100: Impulse für systemische Wirkung beim ersten Werkraum

Wie sollen Bildung, Innovation und Wissenschaft im Jahr 2030 aussehen? Bei Wirkung hoch 100, der Jubiläumsinitiative zum einhundertjährigen Bestehen des Stifterverbands verhelfen wir 100 wegweisenden Ideen zum Durchbruch. Am 9. Dezember 2020 startete beim ersten Werkraum der Austausch zwischen Projektteams, Förder- und Wirkungspat:innen – für mehr systemische Wirkung.

Die Teams haben sich gegenseitig bereits kennengelernt, jetzt geht es an die gemeinsame Arbeit für dauerhafte Veränderungen im Bildungs- und Wissenschaftssystem. Initiator:innen, Förder- und Wirkungspat:innen: Gut einen Monat nach dem offiziellen Start kamen rund 200 Beteiligte der Wirkung-hoch-100-Community für eine ganztägige Arbeitssession im digitalen Raum zusammen. “Dieses Programm ist für uns ein spannendes Experiment,” befand Prof. Dr. Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbands, zum Auftakt. In seinem Grußwort gab er einen Überblick über die drei Säulen der Jubiläumsinitiative: Neben dem direkten Austausch in den drei Werkräumen und dem begleiteten Crowdfunding profitieren die Initiativen auch von der digitalen Plattform und den Vernetzungsformaten von ProjectTogether.

Den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem Wohlstand und Fortschritt und dem Bildungs-, Wissenschafts- und Innovationssystem betonte im Anschluss Bundesforschungsministerin Anja Karliczek via Video-Grußbotschaft:  “Bildung und Forschung brauchen wir nicht um die Corona-Pandemie und ihre Folgen zu bewältigen – auch unsere Klimaziele erreichen wir nur mit Spitzenforschung und innovativsten Ideen unserer Zeit.”

“Wir müssen einen langen Atem mitbringen. Das ist ein Marathon und kein Sprint.”

Ulf Matysiak, Geschäftsführer von Teach First Deutschland und Mitglied des Beirats von Wirkung hoch 100 über Veränderungen im Bildungssystem


Soweit zu den Bedarfen und Zielen – doch wie sieht es in der Praxis aus? Ulf Matysiak, Geschäftsführer der gemeinnützigen Bildungsinitiative Teach First Deutschland und Mitglied des Beirats von Wirkung hoch 100, lieferte im Gespräch mit Moderatorin Christina Sartori wertvolle Impulse. Teach First macht sich durch das Verbinden zweier Welten für mehr Chancengerechtigkeit in der Bildung stark: Zwei Jahre lang begleitet eine qualifizierte:r Hochschulabsolvent:in junge Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten Orten in ihrer Bildung und Entwicklung – eine aus den USA stammende Idee, die seit 2007 in Deutschland adaptiert wird.

Bei der Veränderung der Bildung sind Geduld und Durchhaltevermögen gefragt – das sieht Matysiak rückblickend als eine der wichtigen Lernerfahrung aus der Anfangszeit der Initiative. Die Initiative sei sehr früh auf Wachstum ausgerichtet gewesen und habe sich in den ersten Jahren zu wenig Zeit dafür gelassen. Denn gleichzeitig gilt es sicherzustellen, ein möglichst wirkungsvolles Programm zu entwickeln, Netzwerke aufzubauen und Fürsprecher:innen zu gewinnen.

Letztlich gehe es um die Balance, zwischen der inneren Unruhe “mit anzupacken” und der Bereitschaft, sich nicht auf einen geradlinigen Weg, sondern auf Rückschläge einzulassen. Nicht zuletzt mahlen die Mühlen im Bildungssystem langsam. Eine Frage der Haltung – der persönlichen genauso wie die der Organisation und ihrer Arbeitskultur – ist laut Matysiak auch die Ansprache der Zielgruppe: Der enge Austausch sei wichtig, denn sonst liefe man immer Gefahr, “mit einem gewissen Samaritertum” aufzutreten, “alles andere als respektvoll” sei das. Viele in Schule und weiteren Bildungskontexten wichtige Kompetenzen wie Verantwortungsübernahme und Führung seien in den Vierteln vorhanden – bloß würden sie nicht immer sichtbar.

Danach begann der Austausch in Kleingruppen. Künstliche Intelligenz, Schule 2.0, Lehrinnovationen im Hochschulwesen und mehr: In 14 Wirkungsfeldern tauschten sich die Teams mit den Förderpartner:innen des Stiftverbands aus. Einen weiteren Impuls lieferte dann Steffi Biester, Ashoka Fellow, zur Frage: “Wie kann meine Lösung systemisch wirken?” Darum ging es auch im letzten intensiven Programmpunkt: Arbeitssessions mit dem Ziel, gemeinsame Hebel und Meilensteine zu erkennen.

Gemeinsam für systemische Wirkung im Bildungs- und Wissenschaftssektor – mit dem ersten Werkraum wurde der Grundstein gesetzt. “Inspiration”, “Kooperation” und “Wirkung” waren passenderweise die zentralen Eindrücke aller Teilnehmenden. In den nächsten acht Monaten gilt es, daran anzuknüpfen und sich bei der Umsetzung der Ideen gegenseitig zu unterstützen.

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Zur vollständigen Aufzeichnung des ersten Werkraums

Wirkung hoch 100 auf unserer Website

Die 100 ausgewählten Projekte auf der Website des Stifterverbands

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