Was kam bei UpdateDeutschland heraus? Das war die digitale Vorstellung des Learning Reports

Berlin, Februar 2022. Nach #WirVsVirus kam UpdateDeutschland, das Innovationsprogramm mit Bund, Ländern und Kommunen. Wo steht Open Social Innovation jetzt? Prof. Johanna Mair und Prof. Dr. Thomas stellten am 31.01.2022 die Ergebnisse ihrer Begleitforschung digital vor. Mit dabei waren Vertreter:innen von Bund, Ländern und Kommunen — und rund 280 Interessierte und Mitgestalter:innen aus der Community.

Wie schon bei #WirVsVirus hat das Team um Johanna Mair (Hertie School of Governance) und Thomas Gegenhuber (Leuphana Universität Lüneburg) UpdateDeutschland im gesamten Verlauf wissenschaftlich begleitet. Welche Erkenntnisse für die Zusammenarbeit zwischen Staat und Zivilgesellschaft lassen sich daraus ableiten? Bevor es zur Vorstellung des Learning Reports ging, dankte Wolfgang Schmidt, der neue Chef des Bundeskanzleramts und damit Schirmherr von UpdateDeutschland, per Videobotschaft allen Initiativen und Beteiligten.

Sie haben mit UpdateDeutschland erste Strukturen für eine dauerhafte bürgernahe und agilere Zusammenarbeit zwischen Bürgerinnen und Bürgern und Verwaltung etabliert — und zwar auf allen Ebenen und über alle Ebenen hinweg: Bund, Länder und Kommunen.

Wolfgang Schmidt

Chef des Bundeskanzleramts

Schmidt ging nicht nur auf das Engagement beispielhafter Initiativen in Bereichen wie Antidiskriminierung und Bildungschancen ein, sondern auch auf die systemische Wirkung von UpdateDeutschland: Neue Strukturen und Kommunikationskanäle seien entstanden. Im nächsten Schritt gehe es darum, diese zu festigen und die Finanzierung zu sichern. „Denn wir wollen auch in Zukunft das digitale und kreative Potenzial, das in der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und der Startup-Branche liegt, voll ausschöpfen.“

Ein Programm, das sich als großes Experiment versteht, braucht eine passende wissenschaftliche Begleitung. Deshalb handelt es sich bei der Begleitforschung von UpdateDeutschland nicht um eine prototypische Evaluierung, wie Johanna Mair zu Beginn ihres Beitrags herausstellte. Genau wie Thomas Gegenhuber versteht sich die Professorin als Lernpartner:in aller Beteiligten, der Teilnehmer:innen, Unterstützer:innen und Organisator:innen von UpdateDeutschland.

Im gemeinsamen Experiment Potenziale entfalten

Durchgängiges Thema des Austauschs war das durch UpdateDeutschland aktivierte Potenzial. Das gilt beispielsweise für die Stärkung bereits bestehender lokaler oder regionaler Ökosysteme, etwa in Hamburg und Niedersachsen, wie Johanna Mair aufzeigte.

Es muss nicht immer alles neu geschaffen werden. Sehr oft bestehen die Ansätze für eine wirkungsvolle Umsetzung von sozialer Innovation schon.

Prof. Johanna Mair

Hertie School of Governance

Prozesse im Sinne von Open Social Innovation schüfen Innovationen insbesondere durch die neuartige Verbindungen von Akteur:innen. Hoch geschätzt wurden von allen Interviewten die entstandenen Netzwerke und Allianzen — die auf regulärem Wege nicht entstanden wären. Gezeigt habe sich auch, dass gute Finanzierungswege aufgebaut und systemische Barrieren für Open Social Innovation abgebaut werden müssten.

Beispiel Hamburg: Nach der Teilnahme an UpdateDeutschland will das Land den  Ausschreibungsprozess verändern, wie Lutz Birke, der Leiter des Amts „Hafen und Innovation“ in Hamburg, erklärte: Gepitcht werden sollen nun die Herausforderungen —  „nicht so, wie wir es in den letzten Jahrzehnten gewohnt sind, dass wir selber die Lösungsideen entwickeln, dann ellenlange Ausschreibungen formulieren und dann möge das günstigste Angebot gewinnen.“

Ich glaube, die wichtigste Sache ist die Vernetzung mit anderen Initiativen. […] Wenn man gemeinsam an Schulen herantreten kann und nicht jede Initiative ihren eigenen Weg durchschlagen muss.

Maria Matveev

Bildungsinitiative LernFair

Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit der Methodik aus? „Das Schöne an diesen offenen Prozessen ist, dass die Herausforderungen eine Suchrichtung vorgeben und eine Möglichkeit schaffen, dass wir alle zusammen kommen. Es geht um das gemeinsame Explorieren von Problemen und Lösungen über die Zeit hinweg,“ erklärte Thomas Gegenhuber.

Die Reise geht weiter

Thomas Sattelberger, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, kündigte im Gespräch mit den Forschungsleitern und Henrike Schlottmann von ProjectTogether die Umsetzung einer Strategie für mehr Innovation an. Es gibt also viel zu tun. Mit UpdateDeutschland hat für viele die Reise erst begonnen. Ein neues Zusammenwirken zwischen Gesellschaft, Staat, Wissenschaft und Wirtschaft — der Learning Report liefert dafür wichtige Erkenntnisse.

Text: Johannes Tödte

Mitarbeit: Luise Garleff

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Vollständige Aufzeichnung der Veranstaltung

Website von UpdateDeutschland

 

Learning Report zum Download

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