Pressemitteilung: „Circular Futures“ gestartet. Breite Allianz eröffnet das Reallabor für die Kreislaufwirtschaft von morgen

Berlin, 24.08.2021. Immer höhere CO2-Emissionen, steigender Ressourcenverbrauch und Plastikmüll in der Umwelt: Die verheerenden Folgen unseres linearen Wirtschaftssystems sind allgegenwärtig. Wie schaffen wir den Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft? Antworten darauf will jetzt das von ProjectTogether gestartete Innovationsprogramm „Circular Futures finden. Über 100 Initiativen werden mehr als drei Jahre bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Lösungsansätze zusammenarbeiten.  Am Dienstag, 01. September 2021, findet eine digitale Auftaktveranstaltung mit der Transformationsforscherin Maja Göpel statt.
Eigentlich war es seit dem European Green Deal offiziell, der jüngst veröffentlichte Bericht des Weltklimarates IPCC hat es bestätigt: Das aktuell in Europa und weltweit vorherrschende Wirtschaftsmodell hat keine Zukunft. Laut Prognosen der OECD wird sich bei einer unveränderten Produktions- und Konsumweise die Nachfrage nach natürlichen Rohstoffen in den nächsten 40 Jahren verdoppeln und das globale Abfallaufkommen bis 2050 um etwa 70% steigen, während die Treibhausgasemissionen deutlich zunehmen.* Zugrunde liegt dieser Entwicklung die Linearität unseres Wirtschaftssystems: Immer größere Massen von Gütern werden nur zur kurzen Nutzung hergestellt und nicht nachhaltig entsorgt – mit gravierenden Folgen für Mensch, Umwelt und Klima.

Mit der Kraft der Vielen für eine kreislauffähige Wirtschaft und Gesellschaft

Eine Alternative bietet das Modell der Kreislaufwirtschaft: Eine zirkuläre Wirtschaft nutzt Güter über lange Zeiträume, verwendet Material sparsam und schöpft das Potential von Recycling vollständig aus. Diesem Ansatz will Programm Circular Futures zum Durchbruch verhelfen. Mindestens drei Jahre lang werden mehr als hundert Initiativen bei der Entwicklung, Pilotierung und breitflächigen Anwendung ihrer Ideen gefördert. Entstehen soll dabei das Reallabor für die Kreislaufwirtschaft von morgen – ein großer gesellschaftlicher Testraum zur Erprobung und Verbreitung viel versprechender  Lösungsansätze. Philipp von der Wippel, Gründer und Co-Geschäftsführer von ProjectTogether sagt dazu: Wollen wir den Klimawandel und der Ressourcenknappheit etwas entgegensetzen, müssen wir viele Hebel in Bewegung setzen. Mit Circular Futures bündeln und koordinieren wir Akteursgruppen und Innovationen gleichermaßen. So erfahren wir im Kleinen, wie gesamtgesellschaftlicher Wandel im Großen aussehen kann.”

Eine breite Partnerallianz für die Kreislaufwirtschaft von morgen

Hinter Circular Futures steht eine breite Allianz von Akteur:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, öffentlichem Sektor und Zivilgesellschaft. Mit dabei ist die bekannte Transformationsforscherin und Politökonomin Maja Göpel. Ein Wirtschaftswachstum wie bisher wird den Klimawandel weiter antreiben. Ideen einer Kreislaufwirtschaft zeigen Möglichkeiten auf, wie ein regeneratives Wirtschaften innerhalb der planetaren Grenzen gestaltet werden kann, sagt Göpel zum Start von Circular Futures. Dafür benötigt es Offenheit und Kollaboration bei und zwischen allen Akteursgruppen. Nur durch eine breite gesellschaftliche Allianz können wir nachhaltig Herausforderungen dieser Komplexität bewältigen.

Förderpartnerinnen von Circular Futures sind die Röchling Stiftung, die Berliner Stadtreinigung (BSR) und die BMW Stiftung. Frieder Söling, bei der BSR zuständig für Digitalisierung, Innovation und Geschäftsfeldentwicklung,  erklärt dazu: „Die BSR versteht sich als Managerin der Zero-Waste-Stadt Berlin. Diese Rolle möchten wir aktiv ausfüllen und damit die notwendigen Prozesse und Veränderungen gestalten. Wir unterstützen das Innovationsprogramm Circular Futures, weil es nicht nur die Entwicklung, sondern auch die Umsetzung von Ideen für eine zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft fördert.“ Uwe Amrhein, Stiftungsmanager bei der Röchling Stiftung: „Wir sind sicher, dass der Wandel vom linearen zum zirkulären Denken und Leben nur gelingt, wenn Innovationen aus der Mitte der Gesellschaft mit Wirtschaft und Politik zusammenkommen. Deshalb unterstützen wir Circular Futures gerne als initialer Förderpartner des Programms.“ Thomas Röhrl, Programmleiter des RESPOND Accelerators der BMW Foundation, ergänzt: „Wir wollen alle Kräfte bündeln, um Circular Economy breit in der Gesellschaft zu verankern. Um konkrete Projekte im Rahmen des Circular Economy Action Plans der Europäischen Kommission in die Umsetzung zu bringen, ist die BMW Foundation als Kernpartner von Anfang an dabei. Mit unserem Netzwerk an Responsible Leadern und Inhalten aus dem RESPOND Programm, bringen wir cross-sektorale Zusammenarbeit und nachhaltige Innovationen in Circular Futures mit ein.”

Partnerschaften und Expertise aus Vorgängerprogramm ActOnPlastic

Bei der Gestaltung von Circular Futures baut das Team von ProjectTogether auf die beim Vorgängerprogramm ActOnPlastic gewonnene Expertise. Die Initiativen von Circular Futures können erneut Teil des soulincubator werden, ein kuratiertes Lernprogramm mit Workshops, Stipendien und einem eigenen Coworking-Space in Berlin. Dazu Paul Kupfer, Gründer des Berliner Sozialunternehmens soulbottles, Umsetzungspartner von ProjectTogether: Wir selbst konnten in den vergangenen Jahren und besonders bei ActOnPlastic viel über Sozialunternehmertum lernen. Diese Erfahrungen möchten wir in Kooperation mit ProjectTogether an die Initiativen von Circular Futures weitergeben. Wenn wir an einem Strang ziehen, können wir eine neue Generation von Unternehmen, die sich für gesellschaftlich relevante Fragestellung einsetzen, prägen. Aus dem 2019 und 2020 umgesetzten Programm ActOnPlastic sind zahlreiche innovative Lösungsansätze hervorgegangen, darunter Wildplastic in Partnerschaft mit der Otto Group, Cleanhub, HolyPoly oder traceless materials.

Digitales Auftakt-Event für alle Interessierten am 1. September 2021

Der Startschuss für die Vorphase von Circular Futures fällt am Mittwoch, 1. September, bei einer digitalen Auftaktveranstaltung. Neben einer Vorstellung der Methodik und Inhalte von Circular Futures stehen eine Key-Note von Maja Göpel sowie Austausch- und Vernetzungsformate auf der Agenda. Bis zum 20. Oktober können sich Initiativen für eine Teilnahme am Programm bewerben. Sie erwarten unter anderem bedarfsgerechte Unterstützung, finanzielle Förderung, Vernetzungen mit Pilotierungspartner:innen, zahlreiche Lernangebote und der Zugang zur digitalen Plattform von ProjectTogether. Ansätze, die sich noch in der Konzeption befinden, sind genauso willkommen wie bereits getestete Lösungen.

Mehr zum Auftakt und zur Bewerbung auf www.circularfutures.de

Pressekontakt: Johannes Tödte, jtoedte@projecttogether.org

*Quelle: OECD (2018), Global Material Resources Outlook to 2060.
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