Henrike Schlottmann wird Co-Geschäftsführerin

Doch wer ist sie, was treibt sie an?

Geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen in Hamburg, M.Sci. am University College London, Mathematics and Modern Languages, Gap Year. Erst ein Praktikum, dann Einstieg als Beraterin bei der Boston Consulting Group (BCG). So weit, so außergewöhnlich. Was sie aber von den anderen Menschen unterscheidet, die in den Top Beratungsfirmen der Welt arbeiten? Was hat dafür gesorgt, dass sie sich gegen eine “klassische” Karriere entschieden hat, um nun die gesellschaftspolitische Mission von ProjectTogether voranzutreiben? Was motiviert sie, sich jeden Tag erneut, gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu stellen?

 

Dass sie direkt nach der Schule angefangen hat in London zu studieren, ist ein Schritt, den sie heute mutig findet. Wenn man sie fragt, was sie ihrem 18-Jährigen Ich raten würde, meinte sie, dass sie ihr früheres Ich gerne fragen würde, woher dieser Mut kam, den man benötigt, um einen solchen Schritt zu wagen und dann später auch zu machen. 

 

Als sie in London angefangen hat zu studieren, hat sie die anfängliche Unbekanntheit der Stadt, des Landes und der Menschen nicht davon abgehalten, das zu tun, was ihre Studienzeit so besonders macht. Sie hat angefangen, sich zu engagieren. Sie ist in die German Society der UCLU eingetreten und wurde dort später zur Vorsitzenden gewählt. In ihrer Amtszeit hat sie über 100 Events organisiert hat, unter anderem den ersten UCLU German Society Summit, ein 2 Tägiges Event mit hochkarätigen Gästen aus der deutschen Politik und Gesellschaft. Bereits damals stellte sie sich – neben der Mathematik – somit politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen und schuf eine Plattform für gemeinsamen Austausch. In ihrer neuen Rolle als Geschäftsführerin wird das immer wieder gefragt werden – den Dialog zwischen einer Vielzahl von unterschiedlichsten Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu moderieren. 

 

Ihr Antrieb ist, dass sie als „junger, privilegierter Mensch, eine Verantwortung spürt, etwas zurück an die Gesellschaft zu geben und konkret zu handeln“. Diese Verantwortung spürt sie, ebenso eine Dringlichkeit. “Bis 2030 haben wir noch rund 4000 Tage”, sagt sie und gerade diese 4000 Tage sind es, die sie antreiben.

 

Das ist auch einer der Gründe, warum sie die Boston Consulting Group Mitte 2018 verlassen hat. 

 

„Ich habe bei BCG mit unglaublich smarten und ambitionierten Menschen zusammenarbeiten dürfen. Das hat sehr viel Spaß gemacht.“, beschreibt Henrike ihre Erfahrung. Rückblickend fragt sie sich aber, ob dieses Wissen und die Ambition nicht eben genau dort gebraucht wird, wo konkrete Lösungen für gesellschaftliche und ökologische Probleme entwickelt werden. Bei BCG wird aber all dieses Wissen in ein Flugzeug gesteckt und zum nächsten Kunden geflogen. Das passte nicht mit dem Gefühl von Verantwortung zusammen. Auch wollte sie gerne wieder mehr quantitativ arbeiten. Also verließ sie nach knapp 3 Jahren BCG wieder. Beschäftigte sich dann zunächst 6 Monate mit dem Thema Künstliche Intelligenz und gründete dann noch im Rahmen von Entrepreneur First ein Startup, bevor sie zu ProjectTogether stieß.

 

Auf die Frage, ob sie sich hätte vorstellen können, direkt nach der Universität bei ProjectTogether einzusteigen, antwortet sie: „Ja, ich hätte schon früher bei ProjectTogether oder einem ähnlichen Sozialunternehmen gearbeitet, wusste aber wenig bis gar nichts über diese Möglichkeit“ – Das zeigt, dass der Social Entrepreneurship kein Problem mit Lu­k­ra­ti­vi­tät oder Vergütung hat, sondern eher, dass die Sichtbarkeit fehlt. Weiter stellt sie sich vor, dass „[Wenn jemand] als junger Mensch für drei Monate in einem Sozialunternehmen wie ProjectTogether gearbeitet hat, [dann wird diese Person] langfristig nicht bei Goldman Sachs Karriere machen, (…) falls doch, dann um für eine kurze Zeit zu lernen, aber wird dort Dinge sehr kritisch hinterfragen.“, sagt die neue Geschäftsführerin. Sie begründet das mit der Erfahrung des direkten Impacts, die man in Sozialunternehmen hat: „Die Erfahrungen, wie bereichernd es sein kann, etwas zu verändern, prägen und bleiben“.

 

Aus diesen Überzeugungen ist sie im Dezember 2018 zu ProjectTogether gekommen und ist in den vergangenen Monaten in die Rolle der Co-Geschäftsführerin hineingewachsen. Sie hat noch viel mit ProjectTogether vor. „ProjectTogether soll der Ort werden, an dem viele junge Menschen zusammenkommen, um neue Lösungen zu entwickeln. Die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen sind so komplex, dass wir Lösungen nicht auf dem Blatt Papier entwickeln können, sondern nur konkret im Tun und Ausprobieren. Bei ProjectTogether wollen wir eben genau dieser Testraum sein, in dem tausende von Lösungen getestet, validiert und skaliert werden können.“

 

Wenn man sich ihr LinkedIn Profil anschaut, dann ist eine ihrer 3 Kernstärken „Teamwork“,  die anderen beiden sind Englisch und Excel. Aber Teamwork, das ist es, was man von diesen Punkten hervorheben sollte. Wenn man Henrike in ihrem Arbeitsumfeld sieht, dann merkt man schnell, dass sie mit allen ihrer Kolleg*innen eine persönliche Verbindung schafft. Dies gelingt ihr, da sie auf die Menschen als Individuen zugeht und sich auf diese einlässt. Das ist es auch, was sie selber als eine ihrer Kernstärken sieht, dass sie „Spaß daran hat, mit den unterschiedliches Menschen zusammenzuarbeiten und konkrete Veränderungen anzustoßen.“ 

 

https://projecttogether.org/pressemitteilung-18092019

 

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