KlimaKarl | #ClimateActionChallenge

Wir haben mit der #ClimateActionChallenge Projekte gesucht und gefunden, die Antworten auf die Frage „Wie?“ wir das alles lösen geben. In den kommenden Wochen werden wir euch 8 dieser Lösungsansätze, ihre Ziele und auch die Gründer*innen dahinter vorstellen. Seid gespannt und freut euch auf spannende Einblicke in die Welt derer, die heute im Tun testen, wie die Gesellschaft von Morgen aussieht.

Teil 2: KlimaKarl

Das Interview wurde von Nicolas Kleenworth mit Kirsten Hillebrand einer Gründerin von KlimaKarl geführt. Klimakarl ist Teil unserer #ClimateActionChallenge

Hallo Kirsten, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast für das Interview. Dann wollen wir mal beginnen. Was ist „Klimakarl“?

Kirsten:

Wir wollen mit Klimakarl Klimaschutz ins Büro bringen. Und zwar mit dem KlimaKarl Wettbewerb. In diesem treten verschiedene Teams von Mitarbeitern im CO2-Sparen gegeneinander an. Es gibt vordefinierte Tätigkeiten, die erfüllt werden müssen und drei verschiedene Bereiche, in denen das Klima geschützt wird, nämlich Mobilität, Ressourcen und Ernährung. Die Mitarbeiter können durch ihr Sparen verschiedene Incentives freispielen, wie zum Beispiel Spenden an soziale Projekte, Teamevents und mehr.

Das Besondere daran ist, dass wir KlimaKarl haben. Dieser funktioniert als Chatbot. Und KlimaKarl unterstützt die Teilnehmer auf zwei Wegen, während des Wettbewerbs. Der erste ist, dass er Tipps und Hintergrundinformationen, passend zum Bereich der Einsparung, an die Mitarbeiter sendet. Zum Beispiel, wie viel man einspart, wenn man sich, im Vergleich zu einer Ernährung mit Fleisch, vegetarisch ernährt. Das zweite, viel wichtigere ist, dass jeder, der etwas spart, das einfach per Nachricht an Karl schicken kann. Das heißt, wenn man beispielsweise in der Kantine steht und sich für die vegetarische Option entschieden hat, dann kann man das einfach mit „vegetarisch Mittag“ oder „Veggie Lunch“ an Karl senden und der rechnet das an. 

 

Wie bist du auf die Idee von Karl, bzw. des Wettbewerbs gekommen?

 

Ich komme ursprünglich aus dem Marketing, da ich das sowohl studiert, wie auch meine Ausbildung in dem Bereich gemacht habe. Als Marketer kam man 2016 nicht um den Begriff „Chatbot“ herum. Das waren aber beispielsweise welche von Schuhmarken, die personalisierte Schuhe angeboten haben, aber mit der Absicht verkaufsfördernd zu sein. Für mich war das eine Grenzüberschreitung

Ich habe mir gedacht, dass die Technologie auch wunderbar für personalisierte Umwelttipps passen würde. Als ich meine Masterarbeit geschrieben habe, habe ich herausgefunden, dass psychologische Wirkungsmechanismen und Personalisierung positiv darauf wirken. Deswegen habe ich geforscht, wie ein Chatbot zu umweltfreundliches Verhalten motivieren kann. 

Unser Projekt hat aber einen kleinen Wandel gemacht. Ursprünglich wollten wir einen personalisierten Nachhaltigkeitsberater entwickeln. Dafür fehlte uns aber die IT-Perspektive oder das Geld, je nachdem, wie man das formuliert.

 

Und deswegen haben wir uns die Frage nach dem Marktbedarf gestellt. Wir haben uns gefragt, wo ein Öko-Chatbot auf Unternehmensseite einen Mehrwert bieten könnte und kamen dann auf die Idee der Challenges.

 

Wann habt ihr angefangen? Seit wann gibt es Klimakarl?

 

Wir haben das ganze letzte Jahr an dem ersten Karl, dem Assistenten gearbeitet. Dieser ist nach wie vor unsere Vision und wir würden gerne in der Lage sein, diesen kostenfrei für alle zur Verfügung zu stellen. Im März 2019 haben wir zur Idee des Wettbewerbs gewechselt, von dort aus ging es zuerst mal um das Geschäftsmodell der nachhaltigen Finanzierung. 

 

Was waren denn die ersten Schritte, die ihr im letzten Jahr gemacht habt und welche glaubst du waren am Anfang nicht nötig?

 

Wir haben wahnsinnig viele Anträge geschrieben, denn wir wussten, dass wir Geld benötigen, um das umzusetzen. Dafür ging sehr viel Zeit drauf. Auch, weil wir das aus der wissenschaftlichen Perspektive angegangen sind und wir sehr viel recherchiert haben. Im Nachhinein haben wir gesehen, dass die Idee, für die wir die Anträge geschrieben haben, nicht nachhaltig zu finanzieren war. Wir hätten mehr Zeit darauf verwenden müssen, die Idee zu testen, weil dann das Geld, die Kunden und Nutzer ganz von alleine kommen. 

 

Das klingt ja nach sehr viel Arbeit, vor der einige sicherlich zurückschrecken würden. Was war bei euch der letzte Impuls sich in die Anträge zu stürzen? 

 

Mein Impuls war, dass ich meine Masterarbeit zu dem Thema, bei welchem ich die moralische Überzeugung und einen gesellschaftlichen Bedarf sah, geschrieben habe. Ich habe nach dem BWL-Studium einen Job bei einer Unternehmensberatung zugesagt. Mir ging es darum, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten und gleichzeitig von diesem Leben zu können und das konnte ich da nicht. Also dachte ich, dass wenn ich schon eine Idee habe, könnte ich auch einfach erstmal anfangen und, wenn ich nach 3 Monaten merke, dass es das nicht ist, könnte ich auch wieder aufhören. 

 

Ihr seid seit Mitte des Jahres bei der Climate Action Challenge dabei, was hat sich für Euch verändert?

 

Am allermeisten hat sich bei uns etwas durch den Coach geändert. Wir waren schon in anderen Förderprogrammen und ich muss sagen, dass das Coaching noch nie so viel gebracht wie bei ProjectTogether. Durch das ununterbrochene Fragen unseres Coachs bringt er uns jedes Mal auf einen sehr guten Weg. Unser Coach hat eine sehr gute Unternehmensperspektive, mit der er uns immer wieder wachrüttelt. Zum Beispiel hat er gefragt, warum wir nicht direkt am Markt testen, uns zur Kundenakquise motiviert und so weiter. 

Wenn alle KlimaKarl als persönlichen Taschenhelfer für den Umweltschutz dabei hätten, dann würde sich was verändern?

 

Dann würde aus Umweltbewusstsein umweltfreundliches Verhalten werden, weil man ein Werkzeug hätte, welches einem die Möglichkeit gäbe, die Wertvorstellung auch zu leben.

 

Titelbild: © Benjamin Eichler / nordmedia, Bearbeitung: Nicolas Kleenworth

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