Good Practice Sammlung aus der Alliance4Ukraine für die Betreuung von geflüchteten Kindern

Berlin, 9. Juni 2022, Alliance4Ukraine. Fehlende Betreuungsplätze, Fachkräftemangel, Sprachbarriere, Traumata – Viele Einrichtungen, Kommunen und andere Träger stehen derzeit vor der schwierigen Aufgabe, aus der Ukraine geflüchtete Kinder in Kindertagesstätten oder Brückenangeboten zu betreuen. Die Alliance4Ukraine fördert im Handlungsfeld „Kinderbetreuung“ die Schaffung und Koordination von vermehrten und besseren Betreuungsangeboten für Kinder von geflüchteten Familien. Das Gelernte aus der bisherigen Arbeit wurde in einer „Good Practice“ Sammlung zusammengefasst und publiziert.

Die Aufgabe, Kinder in Kindertagesstätten oder Brückenangeboten zu betreuen, ist eine doppelte Herausforderung. Einerseits waren Betreuungsplätze und Erzieher:innen – insbesondere in Krippen – in vielen Regionen Deutschlands schon vor dem russischen Angriffskrieg rar. Andererseits haben Kinder aus der Ukraine spezielle Bedürfnisse, die berücksichtigt werden müssen – Sprachbarriere und Traumatisierung sind hier zwei Stichworte.

Die Bewältigung dieser Aufgabe ist von zentraler Bedeutung, um kindgerechte Bildung, Integration und Spracherwerb für Kinder und ihre Familien zu ermöglichen. Und diese Aufgabe ist eine gesamtgesellschaftliche!

Nur wenn Kommunen, Träger von Kindertagesstätten und die Kitas selbst eng kooperieren, können mehr und bessere Betreuungsangebote für die Jüngsten unter den Schutzsuchenden entstehen.

Etablierte Akteur:innen im Bereich der Kinderbetreuung sowie eine lebendige Zivilgesellschaft müssen die Herausforderung gemeinsam angehen, denn es ist die Verantwortung aller, sich um die Kinder Geflüchteter zu kümmern.

Um dies zu ermöglichen erschuf ProjectTogether im Rahmen der Alliance4Ukraine das Handlungsfeld „Kinderbetreuung“. Der Zusammenschluss und die Koordination von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Stiftungen, staatlichen Institutionen und Unternehmen ermöglicht die Vernetzung zwischen bestehenden und bewährten Lösungen in der Betreuung von geflüchteten Kindern im Alter von 1-7 Jahren.

Somit entstand, gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung und dem Verein Familiengerechte Kommune e.V., das Format der kommunalen Fachaustausche. Im Handlungsfeld Kinderbetreuung wurden zwei Roundtable Veranstaltungen zum Thema „Kinderbetreuung“ mit insgesamt über 800 Teilnehmenden aus Kommunen, Wohlfahrt, Kirchen und privaten Trägern ausgerichtet.

Ein Werkzeugkasten für Kommunen: Entstehung und Erarbeitung der Good Practice Sammlung

Ein Resultat aus den kommunalen Fachgesprächen und vielen weiteren ist die aufbereitete Sammlung von Good Practices von Kommunen und anderen Trägern von Kindertagesstätten zur Schaffung von weiteren und besseren Betreuungsangeboten für Kinder aus der Ukraine – kurzfristig in Form von Brückenangeboten sowie mittelfristig im Regelsystem.

Diese Good Practices zeigen praxisorientiert, wie Betreuung gelingen kann. Sei es die Organisation von Begrüßungsbesuchen bei geflüchteten Familien, der Einsatz von Kitahelfer:innen oder der pragmatische bis kreative Umgang mit der Sprachbarriere. Die Sammlung umfasst die Breite der Herausforderungen im Kontext der Betreuung geflüchteter Kinder.

Lektüre, die Hoffnung stiftet.

Überall in Deutschland finden sich bereits funktionierende und inspirierende Angebote in der Betreuung von geflüchteten Kindern. Die Veröffentlichung dieser Good Practice Sammlung soll helfen, gelungene Beispiele weiter bekannt, übertragbar und aktiv replizierbar zu machen. Wir sind überzeugt, dass die Beispiele auch andernorts in der Betreuung von geflüchteten Kindern umgesetzt werden können.

Aufbau der Sammlung

Das Dokument ist auf Basis von vier Schwerpunkten strukturiert, die inhaltlich und in der Praxis aufeinander aufbauen.

  • Kapitel 1: Information und Ansprache ukrainischer Familien zum Betreuungssystem.
  • Kapitel 2: Kurzfristige Bereitstellung von Betreuung für geflüchtete Kinder.
  • Kapitel 3: Mittelfristiger Ausbau von Betreuung für geflüchtete Kinder.
  • Kapitel 4: Schaffung bedürfnisgerechter Angebote in der Betreuung geflüchteter Kinder.

Für jeden Schwerpunkt wurden Good-Practice-Beispiele aus Deutschland gesammelt. Jedes Beispiel besteht aus drei Elementen:

  • Beschreibung
  • Erfolgsfaktoren für die Umsetzung
  • Good-Practice-Träger und Kontakt.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine inspirierende Lektüre und hoffen auf aktive Replizierung der Good Practices!

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